Der Föhn läuft
Der Föhn ist eine Tageszeitung, die es nur einmal gibt, nämlich für mich. Mein Heimserver stellt sie jede Nacht zusammen, sodass sie am Morgen als PDF bei mir ankommt, auf Deutsch und am 26. Oktober 14 Seiten lang. Die erste Ausgabe erschien am 21. Oktober 2026.
Was gelesen wird
Die Nacht beginnt mit dem Einsammeln. Der Server holt alles, was seit der letzten Ausgabe neu ist: die Feeds aus meinem RSS-Reader, die Vorarlberger Nachrichten aus meinem Archiv halbat samt Landtag und Landesgesetzblatt, Videos von YouTube-Kanälen, Diskussionen auf Reddit und die meistgelesenen Kommentare auf Hacker News. Für die Ausgabe vom 26. Oktober waren das 657 Quellen, darunter 30 Videos mit zusammen fast elf Stunden Laufzeit und 2940 Kommentare.
Bei meinen eigenen Feeds bleibt es aber nicht. Jedes Thema wird mit weiteren Quellen nachrecherchiert, auch mit solchen, die ich gar nicht abonniert habe. Ein eigener Teil heißt „Nicht in deinen Quellen“ und gleicht den Tag mit ORF, Der Standard, heise, Euractiv und Politico ab, damit auffällt, was in meinen Feeds gefehlt hat. Am 26. Oktober war das zum Beispiel, dass Griechenland soziale Medien für unter 15-Jährige verbietet. Telegram-Kanäle zählen nur als Hinweis: Was dort steht, kommt erst mit einer zweiten Quelle in die Zeitung oder ausdrücklich mit „laut“ davor.
Wie ein Thema aussieht
Ein Sprachmodell (Claude) plant aus dem Gelesenen zehn bis zwölf Themen und reiht sie danach, wie wichtig und wie neu sie sind. Feste Rubriken gibt es keine mehr, die Überschrift über einem Thema ist nur ein Etikett. Fix sind nur je zwei Themen zu Vorarlberg und zu Österreich.
Jedes Thema hat ein paar feste Teile und ist so geschrieben, dass man es ohne Vorwissen versteht. Ein Kasten „Was das bedeutet“ ordnet ein, warum die Sache zählt. „Was Leser sagen“ fasst zusammen, wie auf Reddit und unter Videos darüber diskutiert wird, über viele Kommentare hinweg statt mit einzelnen Zitaten. Und ein Kasten „Wo sich die Quellen widersprechen“ stellt nebeneinander, was nicht zusammenpasst. In der Ausgabe vom 26. Oktober stehen dort etwa Putins Angabe, russische Truppen stünden fünf Kilometer vor Saporischschja, neben der des Militäranalysten Ruslan Leviev, der 25 Kilometer nennt. Die Belege sind im Text nummeriert und stehen gesammelt am Ende, an diesem Tag 211 Stück.
Der Rest der Ausgabe
Nach den Themen kommen Kurzmeldungen aus Vorarlberg und Österreich. Was neu im Landtag eingebracht wurde oder im Landesgesetzblatt steht, bekommt einen eigenen Teil. Weiter hinten folgen „Kurz notiert“ mit Meldungen aus der Welt und „Was sich anbahnt“ mit Dingen, die noch offen sind. Ganz vorne auf der Titelseite steht eine Zahl des Tages.
Gesetzt wird mit LaTeX, in Libertinus und Fira Sans. Eine Seite am Schluss heißt Werkstatt und zählt auf, was gelesen wurde, was nicht erreichbar war und was die Ausgabe gekostet hätte (zu API-Preisen rund 12 Dollar).
Als Beispiel gibt es die Ausgabe vom 26. Oktober 2026 zum Herunterladen.